An den Standorten unserer Freiflächen-Photovoltaikanlagen ruhen die Böden, während unsere Anlagen Strom produzieren. In dieser Zeit – in der Regel über 20 Jahre – kann sich der Boden etwas erholen, was einige positive Nebeneffekte mit sich bringt. Einer davon ist die positive Rückkopplung zwischen der „sauberen Energie“, die unsere Solarparks herstellen, und der Tatsache, dass der Boden unter den Modulen weiterhin Kohlenstoff aus der Atmosphäre aufnimmt.
Bei der Photosynthese gelangt Kohlenstoff aus der Atmosphäre in die Pflanzen (Autotrophe Organismen). Diese Biomasse wird von den Bodenorganismen (heterotroph) verarbeitet bzw. humifiziert. Da die humifizierten Reststoffe bis zu 60% aus Kohlenstoff bestehen, wird CO₂ in den Boden aufgenommen, und zwar nicht wenig! Im Boden kann nahezu vier Mal so viel Kohlenstoff wie in der gesamten Vegetation der Erde und etwa doppelt so viel wie in atmosphärischem CO₂ gebunden werden. Das Umweltbundesamt priorisiert den Erhalt dieser Bodenfunktion sogar und der Humusaufbau als Funktion der Bodennutzung ist auch im Bodenschutzgesetz verankert.
Die organischen Reststoffe werden durch Bindung an Minerale (sogenannte Ton-Humus-Komplexe) im Boden langfristig gebunden oder stabilisiert. Während die Zusammensetzung des Bodens, die Feuchtigkeit und die Exposition das C-Senken-Potenzial beeinflussen, ist die C-Speicherfunktion am Standort besonders hoch im Oberboden (20–30 cm). Gerade in den ersten Jahren, in denen sich die Wurzeln etablieren, bindet der Boden besonders viel Kohlenstoff.
Intensive Landwirtschaft über viele Jahre hinweg verwandelt humusreiche Böden in Böden mit deutlich reduzierter Biomasse. In den meisten Fällen findet bei unseren Anlagen praktisch eine Umnutzung der Ackerflächen zu Grasland statt. Solange die Anlage in Betrieb ist, wächst die Anzahl der Pflanzen unter und neben den Modulen sowie die Anzahl der sich von ihnen ernährenden Bodenorganismen. Da die meisten unserer Anlagen auf Ackerflächen errichtet werden, ist zu Beginn der Inbetriebnahme häufig ein niedriger Humusgehalt im Boden zu erwarten. Über die Dauer des Betriebs kann daher eine Nettoaufnahme von organischem Kohlenstoff im Oberboden erwartet werden. Dadurch wird der Boden unserer Anlagen zu einem „Kohlenstoffspeicher“, der CO₂ aus der Luft entnimmt. Es leisten also nicht nur unsere Solarparks, durch die Erzeugung von grünem Solarstrom, etwas für das Klima, sondern auch der Boden auf dem sie stehen.
Weitere erwähnenswerte positive Nebeneffekte der Bodenpause sind die Schaffung von Biodiversität durch Pflanzenwachstum auf den Flächen. Dieses ist oft durch jahrzehntelange intensive Landwirtschaft zurückgegangen. Eine ruhende landwirtschaftliche Fläche gibt Pflanzen und Tieren Zeit, sich zu erholen, und erweitert ihre Habitate. Der kühlende Verschattungseffekt der Module schützt Pflanzen vor starker Hitze. Zudem bleibt der Boden unter den Modulen nicht versiegelt. Der mit Humus angereicherte Boden kann somit mehr Wasser aufnehmen und die erhöhte Biomasse kann vor Erosion schützen.
Und das alles neben der erneuerbaren Energie unserer Anlagen.

